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Die Kirche in Bartholomä – Kronstadt

Die Kirche in Bartholomä – Kronstadt. Ein kurzer geschichtlicher Abriss

 

Der heutige Ortsteil Bartholomae ist eine der ältesten Siedlungen in Siebenbürgen, weil er auf die Zeit des deutschen Ritterordens zurückgeht. 

Am Fuß des Burgberges steht die Kirche St. Bartholomäus. In der Forschung ist unklar, ob es sich bei der heutigen Kirche um den allerersten Bau handelt. Es ist durchaus möglich, dass an dieser Stelle zunachst ein hölzerner Vorgängerbau existierte. Die Kirche steht in Mitten des alten Friedhofes und wird von einer einfachen ovalen Ringmauer umgeben.

Der Kirchenbau ist geostet, das heißt das liturgische Zentrum, der Altarraum und der Chor liegen im Osten. Schon auf dem Grundriß erkennt man eine kreuzförmige Anlage, die im Osten einen Chor zeigt, der aus Chorquadrat mit polygonalem Abschluß (5/8-Schluß) besteht. Im Norden und Süden schließen sich an den Chor jeweils zwei unterschiedlich lange Nebenchore an. In der Fachsprache wird eine solche regelmäßige Anlage, die aus unterschiedlich langen Choren besteht, Staffelchor genannt. Heute werden die zweijochigen Nebenchore einerseits im Norden als Sakristei und im Süden als Eingangshalle benutzt.

Nach Westen zu schließt sich an den Staffelchor das sogenarmte Querhaus an. Es ist ein hoher Raumteil, der in Nord-Südrichtung gelagert ist, und damit quer zum Chor und Langhaus steht. Das Langhaus setzt sich zusammen aus drei langgestreckten Raumbahnen, man spricht hier von Mittelschiff und Seitenschiffen. Dem Langhaus ist im Westen ein quergestellter Baukörper vorgelagert, der sogenannte Querriegel oder Westbau. 

Über diesem Grundriss erhebt sich eine Basilika, das heißt ein Langhaus, in welchem das Mittelschiff höher ist als die Seitenschiffe, und in der oberen Mauerzone 'eigene' Fenster hat, die diesen Raum belichten. Vor dem basilikalen Langhaus befindet sich der Westbau. Wie man aus den erhaltenen massigen Grundmauern erschließen kann, waren hier ursprünglich zwei Türme geplant. Hier sollte einmal eine Doppelturmanlage stehen. 

Betrachtet man den Kirchenbau eingehender, so fällt auf, dass hier ein regelrechter Stilpluralismus auftritt - das heißt ein Nebeneinander der unterschiedlichsten Baustile. Der wohl früheste Bauteil ist der Chor. Er ist aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Er stammt aus einer Übergangszeit, in der man traditionelle Elemente der romanischen Baukunst, z.B. Rundbogenfries, Lisenengliederung (vertikale Streifen) und Rundbogenfenster (höchst­wahrscheinlich im 19. Jahrhundert) mit damals neuartigen, fortschrittlichen Elementen der gotischen Baukunst vergrößert, wie z.B. mit den maßwerkgefüllten Rundfenstern und den langgezogenen, spitzbogigen Fenstern (Lanzett-fenster). Gerade diese Rundfenster (Okuli) sind charakteristisch für den Chor von Bartholomae, weshalb man ihn auch aus hunderten von anderen herausfinden konnte. Die Rundfenster sind mit sogenannten 6-Pässen mit lilienformigen Passnasen gefullt. Unter Passform versteht man die ausgeschnittenen, runden Felder. Gezählt wird die Anzahl der äußeren Pässe.   

Vermittler dieser neuen gotischen Baukunst müssen die Zisterzienser angesehen werden. Die Zisterzienser sind ein benediktinischer Reformorden, der sich 1098 im franzosischen Kloster Citeaux grundete und explosionsartig von hier im 12./13. Jahrhundert verbreitete. Die Mönche verwendeten die franzosische Baukunst und machten so die Gotik auch außerhalb ihres Entstehungsgebietes bekannt. Béla III. (1172-1196) holte den Orden nach Ungarn. In Siebenbürgen wurde mit Kerz das sudöstlichste Kloster dieses Ordens gegründet. Von dieser Klosteranlage leitet sich der Bartholomäer Chor in Einzelformen ab.  

Betrachtet man die Langhausaußenwände, so wirken sie sehr uneinheitlich. Auf der Nordseite kann man im Seitenschiff noch rundbogige Fenster erkennen, ein untrügliches Indiz für Romanik. Charakteristisch für die Entstehungszeit des 13. Jahrhunderts ist auch das zugemauerte frühgotische Portal des Nordseitenschiffes. Im Obergaden fallen indes die großen, breiten Spitzbogenfenster auf. Zunächst sind es typische Formen der Gotik. Solche Spitzbogenfenster findet man auch am Querhaus und der Spitzbogen bestimmt auch das große Portal am Westbau. Aber Vorsicht! Man kann sich nicht immer auf Formen verlassen - hier handelt es sich um Fenster anfang des 19. Jahrhunderts, als man die Obergadenwande neu errichten mußte, weil sie sich so aus dem Lot nach außen bewegt hatten, daß sie einzustürzen drohten. Einen solchen Wiederaufbau kann man als eine geglückte, denkmalpflegerische Maßnahme verstehen, da hier versucht wurde, nicht eine stilistische Neuschöpfung zu erreichen, sondern dem Geist der Gotik gerecht zu werden.   

Anders verhält es sich beim Westbau. Nur noch der Mittelteil mit dem reich profilierten Spitzbogenportal und der nördliche Teil stammen aus der gotischen Zeit. Der Turm mit seinen vier Geschossen entstand später. Die beiden Untergeschosse zeigen mit Bänderzier, die Obergeschosse Eckquaderung, eigentümlich anmutende Spitzbogenfenster, ein Rautenfeld mit Uhr und einen Bogenfries. Diese reiche Verzierung und Gliederung unterscheidet den Turm deutlich vom übrigen Bau und lässt ihn als Fremdkörper erscheinen. Bereits im 17. Jahrhundert (1611 -13) verwüstete ein Brand den Turm. Ein Erdbeben von 1802 hatte wohl bereits die Konstruktion so beschädigt, daß nach der Erhöhung des Turm um ein weiteres Stockwerk im Jahr 1832, dieser ein Jahr spatäer zusammenbrach. Von 1840-42 errichtete man dann den heutigen Turmbau.  

Wie sieht der Bau im Inneren aus? Das Gewölbe verweist darauf, daß es im 15. Jahrhundert zu einem Umbau der Kirche gekommen ist. Dabei hat man die Nord-, Süd- und Westwände zum Teil neu errichtet, sowie die Langhauspfeiler und die Mittelschiffwand. Im 17. Jahrhundert finden im Mittelschiff weitere Veränderungen statt, z.B. rundbogige Arkaden, polygonale Dienste, wie dies eine Bauinschrift von 1634 bezeugt. Der Obergadenbereich wurde zwischen 1818-20 nochmals neu aufgebaut und das Kreuzgewölbe im Mittelschiff eingezogen. 

Die Kirche von Bartholomae demonstriert sehr anschaulich die wechselvolle Geschichte des Burzenlandes seit dem 13. Jahrhundert. So ist sie ein wertvolles Studienobjekt und Quelle für die vergangenen Epochen. Das wohl Bedeutendste dieser Kirchenanlage ist der Chor. Er demonstriert den Zusammenhang mit der nationenübergreifenden Zisterzienserarchitektur, der Kunstströmung, die in der damaligen Zeit die Idee der Gotik bis in das Burzenland brachte. Es handelt sich dabei keineswegs um ein provinzielles Bauwerk minderer Qualität und Ausführung, sondern um ein Bauwerk ersten Ranges.

 

 

 

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