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27.08.2017:

Der „Neue Kelch“ kehrt zurück zum Bartholomäusfest 2017

Ein historisches Ereignis 

Nach 100 Jahren hat die Bartholomäer Gemeinde einen Teil ihres Kirchenschatzes wiedergewonnen

„Diesen Kelch mitsamt Hostienteller schenkt der Königliche Rat und außerordentliche Gesandte Dänemarks, Herr Heintz, im Gedenken an seinen mehrere Monate aus verschiedenen gewichtigen Gründen und Umständen währenden Kronstadt-Aufenthalt, der im Zusammenhang mit seiner schicksalshaften Moskaufahrt steht, der Kirche zu Sanct Bartholomae im Jahre 1703“. Diese Inschrift steht auf einem Abendmahlskelch, der mehr als zwei Jahrhunderte lang Teil des Kirchenschatzes aus Kronstadt-Bartholomä war. 1916, während des Ersten Weltkrieges, ging er, zusammen mit dem restlichen wertvollen Kirchenschatz, verloren. Doch beim diesjährigen Bartholomäusfest wird es einen Grund zum Feiern geben: nach 100jähriger Abwesenheit wird der Kelch wieder in der Kirche stehen, geweiht und verwendet werden. Dort, wo er hingehört. 1916 aus Bartholomä verschwunden, 2016 in Köln aufgetaucht. Was in den 100 Jahren dazwischen geschehen ist, weiss man nicht. Die Geschichte des Kelches ähnelt einem Krimi – mit glücklichem Ende. Leider bleiben die weiteren Teile des im Ersten Weltkrieg verlorenen Kirchenschatzes weiterhin verschollen.

 

Ein großer Kriegsverlust

1916 fand das Bartholomäusfest am Sonntag, dem 27. August statt. Am Abend desselben Tages erfolgte die Kriegserklärung Rumäniens an Österreich-Ungarn, zu dem Siebenbürgen seit gut 200 Jahren gehörte. Der erste Weltkrieg hat an diesem Abend Kronstadt erreicht. In den nächsten Tagen begannen die Bewohner aus der Stadt zu fliehen. Die Kirchenlade mit dem kostbaren Schatz konnte nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und wurde zurückgelassen. Bei der Rückkehr des Pfarrers, zwei Monate später, wurde die Lade zwar vorgefunden, nicht jedoch auch ihr Inhalt. Anfang Oktober hatten in der Gegend um die Bartholomäer Kirche schwere Kämpfe stattgefunden. Im Juli des darauffolgenden Jahres wurde der materielle Wert des verlorenen Bartholomäer Kirchenschatzes mit 20.640 Kronen beziffert.

Es folgte ein ganzes Jahrhundert in dem der Schatz verschollen blieb. Man dachte, er sei für immer verloren. Bis Anfang Mai 2016 eine E-Mail den Kunsthistoriker Frank Thomas Ziegler, Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit an der Schwarzen Kirche, erreicht. Die Mail stammt vom Kunstreferenten der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Hon.-Prof. Dr. Thorsten Albrecht und enthält einen Hinweis über einen Kelch aus Kronstadt-Bartholomä, der in Köln am 20. Mai 2016 zur Versteigerung gelangen sollte. Besitzer war die Galerie Neuse aus Bremen. Bald konnte die Bartholomäer Kirchengemeinde durch Archivunterlagen nachweisen, dass es sich dabei um den „neuen Kelch“ von 1703, dem Geschenk aus Dänemark, handelt. Beim Landgericht Köln wurde vom Anwalt Wilhelm-Georg Hietsch eine richterliche einstweilige Verfügung gegen die Versteigerung erwirkt. Bis zur Klärung des Eigentumsrechts wurde der Kelch sichergestellt, die Auktion blockiert.

„Das schweißt unsere Gemeinde zusammen“

„Währenddessen wurde in Kronstadt vom Anwalt Arnold Ungar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Fast ein Jahr lang wurde im Rahmen eines deutsch-rumänischen Amtshilfeverfahrens ermittelt, doch ließ sich die Spur der Diebe nicht feststellen. Schließlich wurde eine außergerichtliche Einigung von unserem Anwalt in Deutschland, Wilhelm Georg Hietsch, mit dem bisherigen Besitzer, der Galerie Neuse in Bremen, ausgehandelt, so dass der rechtmäßige Eigentümer, die Bartholomäer Kirchengemeinde, auch wieder in Besitz des Kelches gelangen konnte. Gegenwärtig befindet sich der Kelch auf dem Weg nach Kronstadt. Unser Kircheneigentum wurde wieder gewonnen. Das schweißt unsere Gemeinde zusammen“, meint Thomas Sindilariu, Vorsitzender des Kronstädter Ortsforums und Mitglied der Bartholomäer Gemeindevertretung.

Beim Bartholomäusfest am Sonntag, dem 27. August, an dem Cord Meier-Klodt, der Botschafter Deutschlands in Bukarest, seine Teilnahme zugesagt hat, wird der Kelch für das am Bartholomäusfest traditionelle Abendmahl neu geweiht werden. 100 Jahre fehlte jede Spur vom Kelch, nun ist der rechtmäßige Eigentümer auch wieder Besitzer des Kelches.

 

Elise Wilk

Allgemeine Deutsche Zeitung in Rumänien

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